Nordamerika lockt bayerische Hersteller zum Infotag

Veranstaltung im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten am 21. November 2018

Zusammenfassung der Kernaussagen:

Lebensmittelmarkt in den USA
2017 konnte die US-amerikanische Nahrungsmittelwirtschaft mehr als 819 Mrd. USD erwirtschaften. Somit verfügen die USA über eine der leistungsstärksten Nahrungsmittelindustrien weltweit. Die größten Umsatztreiber sind Fleisch-, Geflügel- und Fischerzeugnisse, gefolgt von Milchprodukten. Insgesamt wird aufgrund von Nachfragesteigerungen, Mengenzuwächsen und Preissteigerungen bis 2022 mit einem wertmäßigen Wachstum der Lebensmittelindustrie von bis zu 4 % pro Jahr gerechnet. Vor allem die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist groß: die USA ist mit mehr als 45 Mrd. USD Gesamtumsatz der weltweit größte Absatzmarkt für Bio-Lebensmittel. Insbesondere Obst- und Gemüseerzeugnisse sind bei den Verbrauchern beliebt, z. B. in Form von getrockneten Snacks. Im Zuge der „Fresh Snacking“- und „Free From“-Trends legen die US-Konsumenten auch bei konventionell-erzeugten Snacks und anderen Lebensmitteln Wert auf Produkte, die aus natürlichen Zutaten bestehen, mit möglichst wenigen Zutaten hergestellt sind oder sogar gänzlich auf spezifische Inhaltsstoffe, z. B. Gluten, verzichten.
Kontakt: Michaela Schobert, AHK USA/ New York, Tel. +1 (404) 586-6804, mschobert@gaccsouth.com

Rechtliche Rahmenbedingungen USA
Bayerische Lebensmittelhersteller, die einen Export in die USA erwägen, müssen die Registrierungs- und Kennzeichnungspflichten der Food and Drug Administration (FDA) beachten. Eine Herstellerregistrierung kann online kostenlos durchgeführt werden, erfordert aber die Angabe eines sogenannten FDA-Agents, welcher als Ansprechpartner des bayerischen Unternehmens für die FDA in den USA fungiert. Zu diesem Zweck bietet die AHK USA-New York einen FDA-Agent-Service an. Auch die Voranmeldung der einzelnen Lebensmittelimporte (sog. Prior Notice) kann online durchgeführt werden und erfolgt auf der Webseite der FDA.
Im Hinblick auf die Kennzeichnung ist die korrekte Darstellung der Nährwertangaben, der enthaltenen Allergene und die eingeschränkte Zulässigkeit der Behauptung gesundheitlicher Wirkungen zu beachten. Solche Behauptungen müssen in der Regel durch wissenschaftliche Studien belegt sein und können im Extremfall zur Einstufung als Medikament führen.
Je nach Art des Lebensmittels müssen noch weitere spezifische Anforderungen beachtet werden. Bei Milchprodukten (insbesondere Käse) reguliert das U.S. Department of Agriculture (USDA) die Einfuhr mithilfe eines Quotensystems. Jedes Jahr wird nur eine begrenzte Anzahl von Einfuhrlizenzen pro Produktgruppe und Exportregion vergeben. Ohne eine solche Lizenz ist eine Einfuhr in die USA zwar möglich, in der Regel aber mit hohen Zöllen belegt.
Beim Alkoholimport empfiehlt sich – mehr noch als bei anderen Produkten – die Zusammenarbeit mit einem in den USA etablierten Importeur. Anderenfalls wird neben der Firmengründung in den USA auch noch die Einholung einer Importgenehmigung des Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) und die Freigabe der Etiketten erforderlich.
Kontakt: Susanne Gellert, AHK USA/ New York, Tel. +1 (212) 974-8846, legalservices@gaccny.com

Der kanadische Lebensmittelmarkt und rechtliche Rahmenbedingungen
Auch wenn Kanada selbst ein leistungsstarker Erzeuger und weltweit der fünftgrößte Exporteur von landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist, importiert Kanada jährlich Lebensmittel im Wert von knapp 44,5 Mrd. USD. Ein Großteil der Importe kommt aus den USA, wobei dieser Anteil weiter sinkt und sich damit Chancen für bayerische Produkte ergeben. Das Freihandelsabkommen CETA zwischen Kanada und der EU eröffnet ebenfalls neue Chancen – vor allem durch geschützte Ursprungsbezeichnungen und erhöhte Quoten, z.B. für Käse.
Im Allgemeinen legen kanadische Konsumenten viel Wert auf Qualität und folgen weltweiten Trends wie Bio, Halal und Fertig- sowie Convenience-Produkten. Der Lebensmitteleinzelhandel ist geprägt von einigen großen Ketten; Supermärkte werden tendenziell immer größer, die Konkurrenz des Onlinehandel zum stationären Handel wächst.
Kontakt: Yvonne Denz, AHK Toronto, Tel. +1(416) 5987088, yvonne.denz@germanchamber.ca